Autonome Onlinehändler identifizieren

Mit der Adaption autonomer Onlinehändler in die Vertriebsstrategie produzierender Unternehmen, können vielfältige Potentiale gehoben werden:

  • Reichweiten- und Umsatzsteigerung
  • Ansprache neuer Kundengruppen (Neue Vertriebsstufe)
  • Experimentiermöglichkeit (Preis, Produkt, Qualität, Marketing etc.)
  • Überwindung bestehender (Branchen-) Restriktionen

Untersuchungen zeigen, dass der autonome Onlinehandel für produzierende Unternehmen erhebliches Umsatzpotenzial birgt.

Es stellt sich die Frage: Wer vertreibt unsere Produkte online?

Ausschlaggebend hierfür ist die skalierende Funktion der Onlinehändler im Sinne von Multiplikatoren und der Ansprache neuer Zielgruppen.
Weiterhin ist eine strategische Neuausrichtung möglich, welche dediziert für den Onlinehandel gilt. Diesem Aspekt folgen diverse Risikofaktoren, da eine klare Abgrenzung des klassischen Handels zum Onlinehandel branchen- und marktspezifisch ist. Es zeigt sich, dass die aktive Marktbearbeitung im Sinne der Akquisition und Unterstützung von autonomen Onlinehändlern politische Risiken sowie mittelfristig auch finanzielle und rechtliche Herausforderungen mit sich bringen kann.

Definition „Autonomen Onlinehändler“

Ein autonomer Onlinehändler handelt selbstständig und verfolgt, wie ein klassischer Händler, wirtschaftliche Interessen. Im Kontext der eigenen Unternehmung vertreiben diese bereits unsere Ware oder eignen sich auf Grund deren Sortiments oder Zielgruppe hierfür.
Hierzu gehören insbesondere die Generierung von Gewinnen sowie die Sicherung des Fortbestands der Unternehmung. Der autonome Onlinehändler betreibt eine webbasierte Vertriebsplattform, die in der Regel als Onlineshop gekennzeichnet ist.
Klar abzugrenzen ist der autonome Onlinehändler von Marktplätzen wie eBay und Amazon. Zu erwähnen ist, dass ein autonomer Onlinehändler sich wiederum solcher Marktplätze bedienen kann.
Wir definieren somit einen autonomen Onlinehändler als eigenständigen Onlinevertrieb, welcher die Wertschöpfungskette von Einkauf bis After Sales betreut.

Identifikation autonomer Onlinehändler

Die Identifikation autonomer Händler, welche bereits die eigenen Produkte vertreiben, variiert je nach Unternehmen. Im klassischen B2C Vertrieb, bei dem die Waren meist frei zugängig sind, sind die Produkte oft bei vielen Anbietern erhältlich. Hierbei ist besonders relevant wie verbreitet die Produkte sind und wie attraktiv diese für das Onlinegeschäft respektive den Paketdienstversand sind. Eine Identifikation kann durch die nachfolgend Erklärte Onlinerecherche initiiert werden.

Beim B2B Vertrieb sind die Produkte oft nur eingeschränkt erhältlich. Die Anzahl der Anbieter ist somit meist geringer als beim B2C Vertrieb. Allerdings kann auch im klassischen mehrstufigen B2B Vertrieb der Faktor Großhandel eine Herausforderung mit sich bringen. Dieser verkauft in der Regel an gewerbetreibende. Diese widerrum können die Produkte auf eigenen Onlineplattformen weiter veräußern. Hierdurch entsteht meist ein Eigenleben, das durch produzierende Unterhmenem im B2B-Bereich oft nur spät erkannt wird.

Methode: Onlinerecherche

Wir gehen davon aus, dass jeder relevante und öffentlich zugängliche Onlineshop bei Google indiziert ist und somit über Google gefunden werden kann. Eine ausführliche Google Recherche ist somit bereits meist ausreichend. Hierzu müssen wir uns zunächst einen Überblick über Googles Suchoperatoren machen. Unser Ziel hierbei ist es, Onlineshops zu finden, die unsere Produkte vertreiben.

Schritt 1
Eine Suche nach „Marke XY“ im Google Suchfeld wird eine Vielzahl an unterschiedlichen Suchergebnissen produzieren. Angefangen von der eigenen Unternehmensseite über Wikipediaeinträge, Bewertungsportalen bis hin zu den gesuchten Onlinehändler.

Der minus Operator („-„) schließt bestimmte Suchbegriffe aus.
„Marke XY -test“ würde alle Suchergebnisse in denen das Wort „test“ enthalten ist, ausschließen.

Das Site-Attribut („site:“) bezieht lediglich Suchergebnisse bestimmter Seiten ein.
„site:markexy.de test“ würde lediglich Unterseiten der Seite markexy.de anzeigen, auf denen das Wort „test“ vorkommt.

Schritt 2
Die Kombination aus beiden Möglichkeiten bringt uns bereits einen guten Schritt weiter. Identifizieren wir nun alle nicht relevanten Seiten, können wir die Suchergebnisse deutlich ausdünnen.
„Markexy XY -site:wikipedia.org -site:facebook.com -site:merkexy.de“ würde drei Webseiten und deren Unterseiten von den Suchergebnissen entfernen.

Schritt 3
Kombinieren wir nun die auszuschließenden Seiten mit Shop relevanten Suchbegriffen, sind wir schon fast am Ziel.
Eine Suche nach „Markexy XY -site:wikipedia.org -site:facebook.com -site:merkexy.de kaufen“ oder
„Markexy XY -site:wikipedia.org -site:facebook.com -site:merkexy.de warenkorb“ zeigt uns fast nur noch Onlineshops in den Suchergebnissen an. Neben „kaufen“ oder „warenkorb“ können die Wörter „bestellen“, „zahlungsarten“, „versandkosten“, „mwst“ etc. verwendet werden.

Schritt 4
Um auch Nischenhändler zu identifizieren (Händler, die nicht das Gesamtsortiment vertreiben), sollten die obigen Suchanfragen mit möglichst vielen heterogenen Produkten, also Produkten aus verschiedenen Produktkategorien, getestet werden.

Hier gehts zum bereits vorbefülltem Google Suchfeld (klick).

Auswertung der Onlinehändler

Um aus den ergebnissen möglichst viel Mehrwert zu generieren, übertragen Sie die gefundenen Seiten in eine Tabelle. Markieren sie diese wie folgt:

Allgemeine Angaben
Spalte 1: Name des Onlineshops
Spalte 2: Vertrieb Ja/Nein. Verkauft der Onlineshop bereits unsere Produkte?
Spalte 3: Potential: Potential unsere Produkte zu verkaufen oder bestehendes Sortiment zu erweitern?

Falls der Shop bereits unsere Produkte vertreibt:
Spalte 4: Preispolitik. Wie sind die Preise gemessen am UVP?
Spalte 5: Woher bezieht der Onlinehändler seine Ware? (Direkt von uns, Großhandel, Dritte)
Spalte 6: Umsatz mit unseren Produkten (für spätere Befragung)
Spalte 7: B2B oder B2C? Für B2B Vertrieb ist es relevant, ob ein Onlinehändler die für den B2B Vertrieb bestimmte Produkte an private Endverbraucher verkauft

Sollten Sie regionale Vertriebsteams haben, notieren Sie in Folgespalten Adresse und Ansprechpartner, sodass Sie später die Onlinehändler an Ihr Vertriebsteam übergeben können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.