Der Alptraumkonkurrent (Analyse-Matrix)

Definition Alptraumkonkurrent

Der Alptraumkonkurrent ist ein fiktiver Marktbegleiter, welcher hochperformant auf dem Markt auftritt und das Fortbestehen der eigenen Organisation gefährden kann. Wir blicken demnach in die Zukunft. Ein Zeithorizont von 5-15 Jahren ist angebracht.

Vorgehen Alptraumkonkurrenz-Matrix

  1. Einordnung der eigenen Organisation
  2. Einordnung des fiktiven Marktbegleiters
  3. GAP-Analyse durchführen
  4. Handlungsmöglichkeiten identifizieren
Alptraumkonkurrent-Matrix

1. Einordnung der eigenen Organisation

Angenommen wir haben ein traditionelles Familienunternehmen. Wir sind auf dem Markt gut vertreten und weißen neben einem konstanten Wachstum eine hohe Zahl an Stammkundschaft auf. Wir bieten Premiumprodukte an und werden entsprechend am Markt wahrgenommen. Eine Einordnung in die Alptraumkonkurrenz-Matrix könnte wie folgt aussehen:

grün = unser Unternehmen

2. Einordnung des fiktiven Marktbegleiters

Gehen wir davon aus, eine neue Organisation dränkt mit ausreichend Startkapital auf den Markt. Das Wachstum sowie eine attraktive Preispolitik kann entsprechend finanziert werden. Attribute wie Qualität und Ruf lassen sich dem Unternehmen auf Grund seines jungen Alters nicht überproportional gut zusprechen. Der Digitalisierungsgrad ist enorm hoch, da es sich um ein abgewandeltes Geschäftsmodell einer anderen Branche handelt. Der Overhead ist entsprechend gering, die Unternehmer können schnell auf Änderung agieren und die Skalierungsmöglichkeiten sind hoch. Eine Einordnung in die Alptraumkonkurrenz-Matrix könnte wie folgt aussehen:

grün = Alptraumkonkurrent

3. GAP-Analyse durchführen

Werfen wir nun mal einen pessimistischen Blick auf die Matrix und sehen uns an, in welchen Punkten ein fiktiver Wettbewerber besser als unsere Organisation abschneidet:

GAP-Analyse in der Alptraumkonkurrenz-Matrix

Wir erkennen, dass der neue Marktbegleiter schneller wächst, dabei deutlich attraktivere Preise hat und hochdigitalisiert ist. Setzen wir uns genauer mit den Attributen der Matrix zusammen, werden wir schnell erkennen, dass diese drei Attribute Katalysatoren sind und eine Diskrepanz bei diesen mittelfristig zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit führen wird. Ein schnelles Wachstum in Verbindung mit attraktiven Preisen lässt Unternehmen schnell die eigene Kundenbasis ausbauen. Von dieser lernen, vor allem hochdigitalisierte Unternehmen, überproportional viel und können Gelerntes nutzen, um die Servicequalität zu steigern. Dies kann Auswirkungen auf wahrgenommende Servicequalität und den Ruf haben.

4. Handlungsmöglichkeiten identifizieren

Wir haben drei erkennbare Unterschiede zu unserem Alptraumkonkurrent. Wachstum, Preis, Digitalisierung.

Bei etablierten Unternehmen ist es oft nicht möglich, die angestammte Preispolitik zu ändern. Hier kommen Maßnahmen wie eine günstigere Zweitmarke oder Herstellung unter Fremdmarken ins Handlungsportfolio.

Wachstum bedingt sich meist aus einem oder der Kombination mehrerer Attribute. Eine geänderte Preispolitik, intensivere oder effektivere Marketingaktivitäten sowie das Nutzbarmachen von Skaleneffekten spielen hier eine Rolle. Letzteres bedingt effiziente Prozesse, auch bei unterstützenden Prozessen und Agilität, vor allem in wertschöpfenden Prozessen. Die Automatisierung von widerkehrenden und berechenbaren Prozessen, vom Einkauf bis hin zu Marketingaktivitäten gibt Unternehmen die notwendige Freiheit kreativ und flexibel auf Marktgegebenheiten zu reagieren. Oft vernachlässigt wird hierbei der Faktor Mensch. Eine ausreichende Digitalisierung führt im Optimalfall zu einer Entlastung der Mitarbeiter, sodass sich diese auf Ihre wertschöpfenden Kernaufgaben fokussieren können. Teilweise können gewollte Redundanzen zu Freiraum zur Förderung der Kreativität geschaffen werden.

In unserem Beispiel könnte eine mögliche Handlungsoption sein, Ressourcen zur Automatisierung wiederkehrender Prozesse bereit zu stellen. Diese führt möglichen Potentialausschöpfungen im Bereich Skaleneffekten, schnellerer Time to Market, geringeren Kosten, höherer Agilität und letztendlich zu einem wettbewerbsfähigerem Unternehmen.

Somit wird schnell klar, dass wir bei der Konkurrenzanalyse oft einen Schritt zurücktreten müssen und uns nicht nur auf die marktnahen Indikatoren wie Preis und Innovation beschränken dürfen. Vielmehr müssen wir in der gesamten Wertschöpfungskette sich bedingende Attribute identifizieren und diese zugunsten unserer Organisation verändern.

Hinweis zur Alptraumkonkurrent-Matrix:

Die Attribute der Spalten sind druch eigens definierte ergänz- oder austauschbar. Wichtig ist, dass die Attribute bei der eigenen und Fremdanalyse gleich interpretiert werden. Erfolgskritisch ist die opjektive Einschätzung, wie relevant eine identifizierte Differenz ist und welche Erfolgswahrscheinlichkeit evaluierte Maßnahmen haben. Dies ist organisationsspezifisch und kann nicht generell festgelegt werden.

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